Therapie
Gegenwärtig ist das Rett-Syndrom nicht heilbar. Behandlungen, die durchgeführt werden, richten sich meist auf Teilbereiche der von der Krankheit ausgelösten Folgen bzw. die dadurch hervorgerufenen Behinderungen. Die zum Einsatz kommenden Therapieformen werden individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst gewählt.
Bei der Ergotherapie werden zusammen mit geschulten Therapeuten Strategien entwickelt und eingeübt, die den Betroffenen den Alltag erleichtern sollen und ihre lebenslang bestehende Abhängigkeit von Dritten verringern soll. Z. B. werden Tätigkeiten wie Anziehen und Essen mit den Betroffenen geübt.
Die Physiotherapie wird bei den meisten Patienten mit Rett-Syndrom angewendet und längerfristig weitergeführt. Durch die Physiotherapie soll die Mobilität aufrecht erhalten bleiben und eventuelle Verletzungen durch die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit vermieden werden. Je nach Grad der Behinderung werden die benötigten Hilfsmittel in die Therapie mit einbezogen. Hilfe leistet die Physiotherapie beispielsweise beim Gehen, Aufstehen und wieder Hinsetzen.
Die sog. Hippotherapie (therapeutisches Reiten) unterstützt betroffene Kinder bei der Verbesserung ihres Gleichgewichtssinns. Auf ausgebildeten Pferden sitzend werden sie begleitet und angeleitet durch ausgebildete Therapeuten. Auch die für das Syndrom typischen Handbewegungen werden während der Therapie vermieden, da die Hände benutzt werden müssen, um auf dem Pferderücken das Gleichgewicht zu halten. Zusätzlich zu dem Gleichgewichtstraining wirkt die Hippotherapie entspannend auf die Kinder. Ein weiterer Aspekt dieser Therapieform ist ein emotionaler: Den Kindern wird ein Erfolgserlebnis vermittelt und die körperliche Nähe und Wärme, die von dem Tier ausgeht, wirkt positiv auf sie.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten beim Rett-Syndrom sind z. B. Logopädie und Musiktherapie.
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